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Musikalisch sehr stimmungsvoll vom Landfrauenchor umrahmt, fand wieder der Landfrauentag in der Zirndorfer Paul-Metz-Halle statt. Diese war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Kreisbäuerin Bettina Hechtel (im Bild links) führte wieder souverän durch das interessante Programm. Für das Hauptreferat war aus Südtirol die Bergbäuerin Waltraud Schwienbacher angereist. Sie stammt aus der Ortschaft Ulten im Ultental, in der Nähe von Meran. Ihr Hof liegt auf 1800 m Meereshöhe und ist 1358 das erste Mal urkundlich erwähnt worden. Wegen des Baus eines Stausees sind vor einigen Jahren 28 Höfe unter das Wasser gekommen. Aber die Bergbauern gaben nicht auf. Sie fanden Wege, um neue Geschäftsbereiche zu gewinnen, den Anbau von Kräutern, die Herstellung von Tinkturen, Salben und Naturkosmetik. Im sehr steilen Gelände ist der Anbau oft schwierig zu bewerkstelligen. Zudem sind inzwischen viele Menschen dort zu Nebenerwerbslandwirten geworden, da der Ertrag zu gering ist, um davon leben zu können. Vor ca. 30 Jahren wurde das Projekt "lebenswertes Ulten" gegründet, um die ganzheitliche Verwertung von Produkten voranzutreiben. Der wichtigste Rohstoff im Tal ist das Holz. Es wird allerdings nicht nur als Bauholz oder Brennstoff eingesetzt, sondern auch als Heilmittel. Nadelbäume werden zu Mehl gemahlen und in Bädern verwendet, dadurch konnte man schon Dickdarmentzündungen und chronische Bronchitis bessern. Die Wolle von Schafen wurde früher weggeworfen, weil sie niemand wollte. Heute gibt es im Ort zahlreiche Strickerinnen, die davon wunderschöne Kleidungsstücke fertigen. Auch Wollbäder wirken heilend. Die Milch der Kühe wird im Ort zu Käse verarbeitet, der mit selbst geernteten Kräutern gewürzt wird. Es gibt inzwischen 25 verschiedene Kräutermischungen zu kaufen. Sogar eine Schule, die interessierte Personen ausbildet, konnte eröffnet werden." Der Trend geht zurück zur Natur, zum Einfachen", meint dazu Frau Schwienbacher . Und warnte zugleich vor der Gier des Menschen, nie genug zu haben und damit nie zufrieden zu sein. Durch die Initiative von Frau Schwienbacher erhielt die Gemeinde die Auszeichnung "kinderfreundlichste Gemeinde Südtirols", da mit Hilfe der Bewohner, Spielplätze für Kinder errichtet, Häuser umweltgerecht gestaltet und Schulhöfe kindgerecht angelegt wurden. Zum Abschluss ihres Vortrages gab Frau Schwienbacher den Anwesenden noch Folgendes mit auf den Weg: "Achtsamkeit, Wertschätzung und die Wahrnehmung der wunderbaren Schöpfung sollte für uns alle zum Leitbild werden".