Eva Zwingel stellt ihre Geschäftsidee "Grischberli und Erdnüss" beim Landfrauentag 2026 vor
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03.02.2026
Grischberli und Erdnüss, fränkische Köstlichkeiten aus Fürth

Eva Zwingel, studierte Produktdesignerin, stellte beim Landfrauentag 2026 das Projekt “Grischberli und Erdnüss” vor. Entstanden ist das Ganze auf dem Hof der Zwingels im Fürther Stadtteil Ronhof, Ronhofer Hauptstr 318.

Kartoffelchips ? Gibt es die nicht schon überall ? Eva Zwingel wollte aber eine andere Qualität. Ihre Kartoffelchips aus speziellen selbst geernteten Kartoffelsorten hergestellt, unterscheiden sich im Geschmack eindeutig von den zahlreichen Industrieprodukten, die schon der Lebensmitteltester Sebastian Lege kritisch beäugt und untersucht hat. Die Fürther Kartoffelchips gibt es inzwischen in 3 Sorten : Kartoffelsalat, Paprika und neu mit Zwiebelgeschmack. Wurden zu Beginn 1 Hektar Kartoffeln geerntet, müssen inzwischen auf 2 Hektar die speziellen Kartoffelsorten angebaut werden, weil die “Grischberli” so gut ankommen. Die Tüte muss zwar für 3 € verkauft werden, aber inzwischen achten immer mehr Leute auf Qualität und so werden inzwischen über 800 Läden beliefert.

Eva Zwingel hat neben Produktdesign noch Produktvermarktung studiert, weil die Milchkühe ihres elterlichen Betriebs nicht ihr Fall waren. Die versorgt inzwischen ihr Bruder. Die Idee der Kartoffelchipsherstellung entstand während der Coronazeit und es wurden zu Anfang Experimente mit verschiedenen Kartoffeln gemacht, bis man die richtige Sorte gefunden hatte, die den unvergleichlichen Geschmack der “Grischberli” ausmacht. Eva Zwingel war inzwischen so eine begeisterte Kartoffelexpertin und angetan von Ihrer Geschäftsidee, dass sie sich für Ihre Hochzeit sogar ein schickes Hochzeitskleid aus Kartoffelsäcken nähte. Siehe Foto! Nachdem die Kartoffelchipsherstellung lief, hatte sie ein neues Produkt ins Auge gefasst: den Anbau von Erdnüssen in Franken. Bisher wurden keine Erdnüsse in Deutschland angebaut, weil das Klima hier nicht so doll geeignet ist.  Aber diese Herausforderung wollte sie meistern. Daher flog sie in die Heimat der amerikanischen Erdnüsse, nach Georgia in den USA, um sich vor Ort kundig zu machen. Und tatsächlich wurde sie fündig. Es gab Sorten, die nur eine Reifezeit von 4 Monaten , anstatt 6, hatten und sich deshalb auch für den Anbau in unserem Gebiet eigneten. Sie bestellte das Saatgut. Allerdings dauerte es viele Wochen bis das Saatgut in Fürth ankam. Daher musste der Anbau auf das nächste Jahr verschoben werden , aber es gingen trotzdem 50% bis 60% der Sämlinge auf. Da Erdnüsse noch nicht offiziell in Deutschland wachsen, gibt es auch keine Erfahrungen mit der Ernte und der Verarbeitung. Die erste Ernte machte Probleme, weil die Erdnuss zwar oberirdisch blüht und befruchtet wird, der Samen sich nach der Befruchtug in den Boden bohrt und unter der Erde heranreift. Man muss die reifen Erdnüsse aus dem Boden ziehen, aber nicht mit zu viel Druck, um die Schale nicht zu verletzen. Sonst würde die Erdnuss schnell verschimmeln. Die Probleme konnten jedoch maschinell gelöst werden und auch die Verarbeitung: Trocknen, knacken, rösten, braunes Häutchen ablösen und schließlich salzen. Damit entstand in Ronhof die erste Erdnussmanufaktur Deutschlands. Das Team besteht inzwischen aus 3 Personen und die fränkischen Erdnüsse kann man im Hofladen der Zwingels kaufen. Inzwischen ist Eva Zwingel Mutter eines Sohnes geworden und mit Hilfe eines AuPair Mädchens  meistert sich die Balance zwischen Familie und Berufstätigkeit ganz toll.

Der Hofladen ist immer am Freitag  von 15 Uhr bis 18 Uhr geöffnet und befindet sich in der Ronhofer Hauptstraße 318 in Fürth Ronhof. Wer Lust auf fränkische Spezialitäten hat, kann dort die heimische Landwirtschaft unterstützen und eine Köstlichkeit mit nach Hause nehmen.